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Fünf fast fertige Anträge für mehr Lebensqualität in Bad Schönborn…

Dienstag, März 8th, 2011

… sind bisher ungenutzt geblieben.

  1. Antrag für ein Mobilitätsworkshop als Einstieg für ein Bürgerforum zum Thema Verkehr (PDF)
  2. Antrag für eine Verkehrszählung (PDF / Anlage 1 / Anlage 2)
  3. Antrag für die Lärmaktionsplanung (PDF)
  4. Antrag für einen LKW-Durchfahrtsverbot für Langenbrücken (PDF)
  5. Antrag für mehr Verkehrssicherheit in Mingolsheim (PDF)

Das Aktionsbündnis www.K3575-Initiative.de hatte allen Fraktionen im Gemeinderat im September 2010 fünf Anträge zur Verfügung gestellt. Die Idee war es, gemeinsam für mehr Lebensqualität zu sorgen.

Die CDU-Fraktion im Gemeinderat hat im Oktober 2010 als einzige Fraktion geantwortet:
“Die CDU-Fraktion bedankt sich für die Vorschläge. Derzeit wird von der Verwaltung ein Gesamt-Verkehrskonzept erarbeitet. In einem ersten Schritt hatten die Fraktionen die Gelegenheit, Stellungnahmen/ Wünsche/ Anregungen zum bisherigen Verkehrskonzept der Gemeinde abzugeben. Das ist von Seiten der CDU bereits vor der Sommerpause geschehen. Einige unserer Forderungen sind dabei durchaus identisch bzw. vergleichbar mit Teilen Ihrer Vorschlägen. Eventuell weiteren Handlungsbedarf sieht die CDU erst, nachdem die Verwaltung das Verkehrskonzept dem Gemeinderat zur Diskussion und Entscheidung vorgelegt hat.”

Von der Fraktion der Freien Wähler kam leider keine Reaktion.

Von der SPD-Fraktion kam ebenfalls keine Antwort. Allerdings hat die SPD-Fraktion am 7. Dezember 2010 einen weiteren Antrag auf “Erstellung eines Verkehrsplans für die Gemeinde Bad Schönborn” gestellt. Dieser Antrag wurde vom Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung vom 18. Januar 2011 als Tagesordnungspunkt 2 eingebracht. Die Fraktionen der CDU und der Freien Wähler haben in dieser Sitzung diesen Tagesordnungspunkt wiederum abgesetzt. Als Begründung wurde auf das Verkehrskonzept hingewiesen, das von der Verwaltung in Arbeit sei. Interessanterweise beruht die Arbeit an diesem Verkehrskonzept ebenfalls auf einen Antrag der SPD-Fraktion vom Juli 2009 (!) mit dem Titel “Erstellung einer Verkehrsplanung für die Gemeinde”…

Wie will die Gemeinde Bad Schönborn ein stimmiges Gesamtverkehrskonzept erstellen

  • OHNE den Sachverstand von Verkehrsexperten,
  • OHNE eine aktuelle Verkehrszählung an allen Knotenpunkten innerorts,
  • OHNE die Beteiligung der betroffenen Bürger?

 

Gemeinderat stimmt einstimmig Jein

Dienstag, Dezember 7th, 2010

Fast 100 Bürger waren heute Abend zusammen mit der BNN Journalistin, der SWR4-Reporterin, 21 Gemeinderäten, dem Bürgermeister, den Fachbereichsleitern Bernhard Zimmermann und Peter Sturm sowie Edgar Schuler während vier(!) Stunden im Sitzungssaal versammelt.

Beim Tagesordnungspunkt 8 – der endgültigen Stellungnahme der Gemeinde Bad Schönborn – hat zuerst der Bürgermeister einen Brief des Landrats verteilen lassen, der seine Position unterstützt und dann über eine Stunde seine Position lang und breit erläutert. Als der “Überraschungsgast” des Abends – Bürgermeister Jürgen Heß von Kronau – doch nicht aufgetaucht ist, hat Bürgermeister Rolf Müller seinen Brief ebenfalls noch vorgelesen. Anschließend haben die Gemeinderatsfraktionen und einzelnen Gemeinderäte ihre Stellungnahmen vorgestellt. Im wesentlichen haben alle Fraktionen ihre bisherigen Stellungnahmen verteidigt (auch gegen Angriffe des Bürgermeisters).

Die Zermürbungstaktik des Bürgermeisters hat aber am Ende eines langen Abends (wieso war es notwendig als TOP 6 auch noch die Haushaltsplanung 2011 fast eine Stunde lang vorzulesen?) dazu geführt, dass zuerst die Freien Wähler und dann die SPD ihre Position “Ablehnende Stellungnahme” und damit ein sicheres Pfand gegen ein unsicheres “Ja aber nur mit der Maßgabe” eingetauscht haben.

Der Wortlaut der Stellungnahme (diese wurde nicht einmal schriftlich verteilt, daher ohne Gewähr) lautet “Auf Basis des Stellungnahme des Landrats in seinem Brief vom 6. Dezember 2010 stimmt der Gemeinderat von Bad Schönborn der Planung der K3575neu zu mit der Maßgabe, dass alle Einwendungspunkte 1 bis 34 aus der Stellungnahme der Gemeinde Bad Schönborn aus dem Jahr 2004 erfüllt werden“. Diesem Antrag haben alle anwesenden Gemeinderäte nach einer Beratungspause zugestimmt.

Was nichts anderes heißt, dass die Planfeststellungbehörde

  • jetzt eine Zustimmung der Gemeinde Bad Schönborn hat.
  • dem Landkreis aber im Rahmen des Erörterungstermins als Vorgabe machen muss, alle Einwendungspunkte aus Bad Schönborn zu erfüllen, sprich die K3575neu umzuplanen (auf Tempo 70 km/h ausgelegt, mit Kreiselanbindung K3575alt/K3575neu u.a.)

Jetzt liegt es an den Planungsbehörden zu beweisen, dass das Vertrauen der Gemeinderatsfraktionen der Freien Wähler und der SPD gerechtfertigt ist. Die CDU hat ihr Vertrauen in die Planungsbehörde auch an diesem Abend mehrfach betont.

P.S. dass ausgerechnet der Planfeststeller von Bürgermeister Rolf Müller wiederholt als “Heiner Geissler” des Verfahrens verkauft wurde, zeigt das der Bürgermeister leider (noch) nichts aus der Debatte um Stuttgart 21 gelernt hat (das Schlichtungsverfahren ist ja notwendig geworden, weil u.a. die Planfeststellungsbehörden erhebliche Planungsmängel ignoriert haben).

Nachtrag:
Wortlaut der Stellungnahme zur K3575 (Gemeinde Bad Schönborn)

BNN titelt: Ortsumfahrung in der Sackgasse?

Donnerstag, November 25th, 2010

Eine ganze Seite widmet die BNN heute den Stellungnahmen der Gemeinden Bad Schönborn und Kronau zur K3575 Trassenplanung. Neben den bereits bekannten Positionen der Gemeinderatsfraktionen ist insbesondere die Position des Landratsamts nach dieser verweigerten Zustimmung interessant:

Ein Sprecher des Landratsamtes sagte gestern den BNN: „Die Absetzung des Tagesordnungspunktes kann die Landkreisverwaltung vorerst nur zur Kenntnis nehmen. Wir sind der Ansicht, dass die bereits modifizierte Planung schlüssig ist und dem grundsätzlichen Ansinnen gerade von Bad Schönborn entspricht, nämlich den Ortskern wirkungsvoll vom Durchgangsverkehr zu entlasten.“
Zwar sei das kommunale Votum kein zwingender rechtlicher Verfahrensschritt, doch liege es dem Landkreis als Vorhabensträger sehr daran, dass sich die Gemeinden ausdrücklich hinter dieses Projekt stellen, so hieß es. Zitat aus der BNN, Bruchsaler Rundschau, 25.11.2010, Seite 23

Mit dieser wenig konstruktiven Einstellung zum ablehnenden Votum aus Bad Schönborn steht zu befürchten, was Daniel Streib in einem Kommentar auf der gleichen Seite anmerkt:

Ein Hauch von Stuttgart 21 in Bad Schönborn? Mancher fühlt sich angesichts des Streits um die Umfahrung der Kurgemeinde schon an die Vorgänge in der Landeshauptstadt erinnert. Und tatsächlich gibt es Parallelen: Bürger vertreten immer offensiver ihre Interessen und nehmen viel direkter als früher Einfluss auf politische Entscheidungen.
Ein großer Unterschied zu S 21 ist, dass in Bad Schönborn das offizielle Verfahren längst nicht abgeschlossen ist. Landratsamt und Gemeindeverwaltung tun nun gut daran, die Vorbehalte ernst zu nehmen, konstruktiv zu reagieren und ihre Argumente besser als bisher zu vermitteln. Ein beleidigtes „Weiter so“ wäre ein Irrweg in Richtung Bad Schönborn 21. Zitat aus der BNN, Bruchsaler Rundschau, 25.11.2010, Seite 23

Auf jeden Fall verdeutlicht die Stellungnahme des Landratamtes wie wichtig JETZT JEDE einzelne Einwendung ist.

Paukenschlag: Freie Wähler und SPD gegen die aktuelle Trassenplanung

Dienstag, November 23rd, 2010

Über 200 Bürger von Bad Schönborn waren heute in der Kraichgauhalle in Langenbrücken versammelt, um an der kurzfristig anberaumten Gemeinderatssitzung zum Thema “Umgehungsstraße Bad Schönborn” teilzunehmen.

Die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung wurde vom Bürgermeister Rolf Müller zur Überraschung aller anwesenden Bürger kurzfristig aufgehoben: keine Bürgerfragestunde und keine Beratung der Stellungnahme der Gemeinde. Immerhin konnten die Fraktionssprecher noch eine Stellungnahme abgeben.

Sowohl die Fraktion der Freien Wähler (Fraktionsvorsitzender Bernhard Weckemann: “Wir tragen die Planung nicht mehr mit”) als auch die Fraktion der SPD (Fraktionsvorsitzender Hans Schindler: “Wir fordern ein Moratorium”) erklärten, dass sie die aktuelle Trassenplanung des Landkreises ablehnen. Nur die Fraktion der CDU (Gemeinderat Bernhard Stelz: “Wir stehen hinter der Umgehungsstraße”) hatte sich im Vorfeld der heutigen Gemeinderatssitzung dafür ausgesprochen.

Um eine offensichtliche Abstimmungsniederlage abzuwenden, hat sich der Bürgermeister kurzerhand entschlossen, die Tagesordnung aufzuheben. Die Präsentation von Herrn Bohner, Planer des Landkreises, wurde abgesetzt. Wir gehen hier auch nicht näher auf die Ausfälligkeiten des Bürgermeisters ein, der sich leider in aller Öffentlichkeit als schlechter Verlierer aufgeführt hat.

Der Bürgermeister schloss sichtlich verärgert den Abend mit einem Zitat von Siegfried Lenz: “Auf dem Grabstein der Erde könnte stehen: ‘Jeder wollte das Beste – für sich.’” Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob der Bürgermeister die Rede kennt, aus der er zitiert (siehe PS).

Fazit des Abends: die Planung in dieser Form findet im Gemeinderat von Bad Schönborn keine Mehrheit. Es hat sich gezeigt, dass es an folgendem gefehlt hat:

  1. Frühzeitige Information und Kommunikation mit den Bürgern und Gemeinderäten
  2. Überarbeiten der Trassenplanung auf Basis u.a. der Änderungsanträge des Gemeinderates von 2004
  3. Belastbare Zahlen und Fakten im Form einer aktuellen Verkehrsanalyse und eines Gesamtverkehrskonzepts
  4. Ausgearbeitete Verkehrsberuhigungsmassnahmen

P.S. das Zitat von Siegfried Lenz stammt aus folgender Rede:

„Das Ende des Lebens auf unserem Planeten ist vorstellbar geworden. Die Schöpfung stirbt langsam. Sie muss nicht im atomaren Blitz untergehen, der die Ozeane zum Kochen, die Gebirge zum Schmelzen bringt. Sie kann an unserer Verachtung der Schöpfung und an unserem Egoismus zugrunde gehen.

Mit Appellen ist nichts zu erreichen, wir kennen ihr Elend, ihre Wirkungslosigkeit. Wenn überhaupt, dann kann nur eine tatkräftige und phantasievolle Politik etwas ändern, die bereit ist, sich zunächst den Wirkungsraum zurückzuholen, den Wirtschaft und Industrie ihr abgenommen haben.

Es gibt kein Abonnement auf die Ewigkeit, und es gehört nicht einmal viel Phantasie dazu, sich die Erde unbelebt vorzustellen, von Staub bedeckt, den kalte Winde vor sich hertreiben. Ein Grabstein für diese Zeit könnte die Inschrift tragen: Jeder wollte nur das Beste – für sich …“

(Siegfried Lenz, Auszüge aus der Dankesrede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, Frankfurt 10.10.1988).

Welchen Verkehr habe ich vor der Haustür?

Samstag, November 20th, 2010

Ein Gemeinderat wollte mir vor einigen Tagen weismachen, dass der Anteil des Durchgangsverkehrs am Gesamtverkehr auf der B3 in Mingolsheim nach seinem Bauchgefühl (“ich kenne mich hier aus”) rund 80% betragen würde.
Kann das stimmen? Wer an der B3 wohnt, findet vor seiner Haustür folgende Verkehrsarten:

  • Durchgangsverkehr (regional oder überregional)
  • Quell- und Zielverkehr (von und nach Mingolsheim)
  • Binnenverkehr (innerhalb von Mingolsheim)

Das folgende Schaubild veranschaulicht diese drei Verkehrsarten:

  • Beispiel für (regionalen) Durchgangsverkehr: Der schwarze Autofahrer fährt z.B. von SAP in Walldorf über die B3 durch Mingolsheim zu seinem Haus in Zeutern.
  • Beispiel für Quell- und Zielverkehr: Der rote Autofahrer ist Rentner und fährt z.B. von Heilbronn nach Mingolsheim in die Therme.
  • Beispiele für Binnenverkehr: Der grüne Autofahrer fährt von der Pestalozzistrasse zum REWE zum Einkaufen.

Der erste interessante Punkt ist, dass der Binnenverkehr von der bundesweiten Verkehrszählung (2000, 2005 und 2010) nicht erfasst wird. D.h. der gesamte Binnenverkehr, der vor den Häusern an der B3 fährt, wird von diesen offiziellen Verkehrszahlen NICHT erfasst. Der Binnenverkehr kann nur durch eine Analyse der wichtigen Verkehrsknoten im Ort sowie durch eine Verkehrsbefragung erhoben werden. Dies ist in Bad Schönborn seit 1985 nicht mehr geschehen.

Doch zurück zum Bauchgefühl des Gemeinderats. Ein Blick in die Statistik der Berufspendler zeigt, dass es in Bad Schönborn rund 2.000 Einpendler und 3.400 Auspendler gibt. Im Durchschnitt fahren 80% der Pendler mit dem eigenen PKW zur Arbeit. Nehmen wir weiter an, dass sich der Verkehr in alle vier Himmelsrichtungen gleichmässig aufteilt, würden z.B. am Ortsausgang Mingolsheim (Nord) folgende Verkehre von Berufspendlern aus/nach Bad Schönborn zu erwarten sein: 5.400 x 2 (morgens hin, abends zurück)  x 0,8 (Anteil PKW an Verkehrsmittel) / 4 (nur eine Verkehrsrichtung) = 2.200 PKW / Tag (allein durch Berufspendler).

Würden nun tatsächlich 80% des Verkehrs Durchgangsverkehr sein, würden am Ortsausgang Mingolsheim (Nord) noch 0,2 x 13.000 PKW/Tag = 2.600 PKW/Tag für Ziel- und Quellverkehr übrig bleiben. D.h. der gesamte Ziel- und Quellverkehr müsste durch Berufspendler hervorgerufen worden sein… Das kann nicht sein, denn dann gäbe es z.B.

  • keinen auswärtigen Rentner, der zur Therme Mingolsheim mit dem PKW fährt
  • keinen einheimischen Handwerker, der zum Kunden nach Malsch fährt
  • keine Mutter, die zum IKEA-Einkaufen nach Walldorf fährt
  • und und und

Es gäbe auch keinen Mingolsheimer, der z.B. zum REWE oder Lidl mit dem Auto zum Einkaufen und dafür der B3 entlang fährt. Denn der Binnenverkehr ist ja bei diesen Verkehrszahlen noch gar nicht berücksichtigt.

Dieses anschauliche Beispiel zeigt: das Bauchgefühl kann in Verkehrsfragen sehr täuschen. Deshalb ist die Forderung nach einer aktuellen Verkehrsanalyse und -befragung absolut berechtigt!

Bad Schönborner Besonderheit V: B3 Teilsperrung Mingolsheim ab 22.11.

Samstag, November 13th, 2010


Der eine oder andere wird es seit gestern gesehen haben: Schilder kündigen eine Teilsperrung der B3 in Mingolsheim an. In “Bad Schönborn Aktuell” steht nichts. Wir fragen bei der Straßenverkehrsbehörde nach.

Nachtrag vom 15.11.:
Auf den Seiten des Regierungspräsidiums Karlsruhe steht heute:

Im Rahmen der Sanierung von Bundesstraßen erhält die B 3 Ortsdurchfahrt Mingolsheim ab Montag, 22. November 2010 auf einer Länge von circa 500 Metern einen neuen Fahrbahnbelag. Die Kosten in Höhe von 135.000 Euro trägt der Bund.

Die Maßnahme wird in zwei Bauabschnitten durchgeführt. Während der gesamten Bauzeit wird die Ortsdurchfahrt Mingolsheim im Baustellenbereich halbseitig gesperrt. Der Verkehr in Fahrtrichtung Bruchsal bleibt aufrechterhalten. Die Verkehrsteilnehmer auf der B 3 in Fahrtrichtung Heidelberg werden über die B 292 und die K 3522 umgeleitet.

Der erste Bauabschnitt beginnt von Langenbrücken kommend nach dem Kreisel und endet Mitte der Einmündung der K 3522. Der zweite Bauabschnitt beginnt anschließend und reicht bis circa 50 Meter nach der Kreuzung (K 3522) in Richtung Norden.

Die voraussichtliche Fertigstellung ist für den 10. Dezember 2010 geplant, sofern es nicht zu witterungsbedingten Bauverzögerungen kommt.

Für die unvermeidbaren Belastungen und Behinderungen der Anwohner und Verkehrsteilnehmer bittet das Regierungspräsidium Karlsruhe um Verständnis.

SPD organisiert Pro/Kontra Diskussion am 10. November um 20 Uhr

Mittwoch, November 3rd, 2010

Alle von der Planung betroffenen Bürger sollten diese Gelegenheit nutzen, um ihre Fragen an die Diskussionsteilnehmer zu stellen.

Termin
Mittwoch, den 10. November 2010, 20:00 – 22:30 Uhr

Veranstaltungsort
Ohrenberghalle, Pestalozzistraße 3, Bad Schönborn (Mingolsheim)

Ablauf

  • Moderation Werner Henn (SPD Baden-Baden)
  • Kurzpräsentation der Planung durch das Landratsamt
  • Stellungnahmen der CDU, Freien Wähler, SPD und Bündnis 90 / Die Grünen
  • Stellungnahmen der AG Pro Umgehung und des Aktionsbündnisses www.K3575-Initiative.de
  • Fragen der anwesenden Bürger

Regierungspräsidium veröffentlicht Planungsunterlagen

Montag, November 1st, 2010

Fast alle Planungsunterlagen (2010/2004/2001) zur geplanten Schnellstraße K3575 sind auf den Seiten des Regierungspräsidiums zum Runterladen verfügbar.

Bad Schönborner Besonderheit II: Wie die Variante 1 versenkt wurde

Montag, November 1st, 2010

Eine der an uns meistgestellten Frage ist: wieso wurde nicht die Trassenvariante 1 für die Planfeststellungsverfahren ausgewählt? Jedes Kind würde doch diese Variante als logische Fortführung der bisherigen K3575-Streckenführung auswählen.
Von Seiten der Verkehrsministerin Tanja Gönner heisst es dazu: “Der Kreistag des Landkreises Karlsruhe hat sich am 16. Juli 2009 mit der Bauwürdigkeit der Ortsumgehung Bad Schönborn befasst und beschlossen, das Planfeststellungsverfahren mit der jetzt verfolgten Variante durchzuführen. Diese Variante hat sich in der Abwägung aller Belange als die Zweckmäßigste erwiesen.”
Ein Dokument auf das sich die Verkehrsministerin bezieht, ist die Umweltverträglichkeitsstudie aus dem Jahr 1996 (Quelle). In dieser Studie wurden alle Trassenvarianten untersucht. Das Gutachten geht beim Variantenvergleich davon aus, dass bei den Trassenvarianten 2 und 3 die K 3575 alt rückgebaut wird. Der Rückbau wird einerseits zu Gunsten der Trassenvarianten 2 und 3 bewertet (z.B. auf Seite 124 “… Außerdem ist eine deutliche Risikominderung durch den geplanten Rückbau der bestehenden K 3575 zwischen den Baggerseen Philiipp und Reimold zu erwarten…”). Andererseits wird der fehlende Rückbau bei der Variante 1 natürlich stets negativ bewertet, so z.B. allein durch den Faktor “größten Flächenbedarf”.
Wie wir alle wissen, hat der Landkreis im letzten Jahr entschieden, auf den Rückbau der K3575 alt bei Kronau zu verzichten. Damit ist auch der Trassenvergleich aus dem Jahr 1996 hinfällig geworden, da nun auch für die Varianten 2 und 3 die Risiken der K 3575 alt und der zusätzliche Flächenbedarf einbezogen werden müssten. Was macht der Gutachter? Er geht gar nicht darauf ein und stellt lediglich fest: “…Durch den Wegfall der Varianten 1 und 1a sowie der Ausgleichsfläche A 1 (Rückbau der K 3575 alt) ändern sich die Untersuchungsergebnisse zwischen den verbleibenden Varianten 2, 2b und 3 nicht (vgl. vorgesehene Ersatzmaßnahmen für die Maßnahme A 1!).”
Die Variante 1 ist ja genau deswegen weggefallen, weil der Rückbau der K 3575 alt in die damalige Bewertung der Varianten 2 und 3 eingeflossen war…

Volles Haus beim Info-Abend

Mittwoch, Oktober 27th, 2010

Die uns in den letzten Tagen am häufigsten gestellte Frage “Ab wann stehen die Muster-Einwendungen zum Runterladen bereit?” möchten wir gleich vorneweg beantworten:
Das Aktionsbündnis strebt an, diese ab dem Zeitpunkt der Bürgerversammlung (organisiert von der SPD Bad Schönborn am 10. November) bereit zu stellen. Dann verbleiben immer noch drei Wochen um die Einwendung auf die eigene Situation anzupassen und zu versenden.

Für die rund 100 interessierten Bürger wurden folgende Punkte beleuchtet:

  1. der Verlauf der Trasse und die vorgenommenen Änderungen. Für die Einwohner von Langenbrücken und Mingolsheim sind die vorgesehenen Anschlussmöglichkeiten eine Einladung weiterhin oder gar verstärkt (für Langenbrücken) die B3 zu nutzen.
  2. die Einzelgutachten, wobei insbesondere das Verkehrsgutachten auf ein Zahlenmaterial baut, das 1) alt ist und 2) unvollständig ist. Auf diese hochgerechneten Zahlen bauen das Schallgutachten und das Umweltverträglichkeitsgutachten auf. Interessant ist auch, dass Wohngebiete gezielt aus dem Untersuchungsbereich ausgeklammert wurden.
  3. den Umgang mit den bisherigen Einwendungen. Die Erfahrungen aus dem letzten Erörterungstermin lassen nichts Gutes für das aktuelle Verfahren erahnen. Wichtige Änderungswünsche des Gemeinderats von Bad Schönborn sind zudem nicht umgesetzt worden.
  4. die aktuellen Möglichkeiten für Alt- und Neueinwender noch Einfluss die Planung zu nehmen. Dazu wird das Aktionsbündnis Mustereinwendungen auf diesen Seiten publizieren.
  5. die ersten fünf Anträge, die das Aktionsbündnis gemeinsam mit den drei Gemeinderatsfraktionen für die möglichst rasche Verbesserung der Lebensqualität der Anwohner der B3 und der anderen Hauptstraßen umgesetzt sehen möchte.

In den nächsten Tagen wird auf diese einzelnen Punkte näher eingegangen.
Das Aktionsbündnis (AHNU, IG Umgehungsstraße und Bündnis 90 / Die Grünen) bedankt sich bei allen Teilnehmern für die Teilnahme, den Helfern im Hintergrund für die tatkräftige Unterstützung und dem Kursaalverein für die Gastfreundschaft. Eine bürgernähere Planung würden sich in Bad Schönborn viele wünschen.