Die Ortsdurchfahrt von Mingolsheim wird auf 500 Meter für 135.000 Euro saniert, das macht rund 30 Euro je Quadratmeter Straßenfläche.
Während sich die Pro AG in “Bad Schönborn Aktuell” über die Art der Sperrung Gedanken macht, haben wir uns gefragt, welche Art Straßenbelag aufgebracht wird. Denn der Straßenbelag ist ein entscheidender Faktor für mehr oder weniger Verkehrslärm.
Welcher Straßenbelag aufgebracht wird, konnten wir bislang nicht in Erfahrung bringen. Eine Anfrage sowohl an das Regierungspräsidium wie auch an die Straßenverkehrsbehörde von Bad Schönborn blieb bislang unbeantwortet.
Leider steht deshalb zu befürchten, dass weder das Regierungspräsidium, noch der Landkreis, noch die Gemeinde hier die Chance ergriffen haben, auf die Karte “Flüsterasphalt” zu setzen.
Der Flüsterasphalt für Städte wurde in Düsseldorf entwickelt und ist dort seit zwei Jahren im Einsatz. Die damalige CDU-Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat sich auf eine Kleine Anfrage der Grünen positiv zum Einsatz des Flüsterasphalts geäussert. Die Förderung mit Mitteln des Konjunkturprogramms II sei ebenfalls möglich. Der lärmoptimierte Asphalt bietet auf innerstädtischen Straßen eine Reduzierung des empfundenen Lärms um 50 bis 75% an (Beispiel Köln / Beispiel Mönchengladbach).
Der Einsatz dieses lärmoptimierten Asphalts ist keineswegs auf Nordrhein-Westfalen begrenzt. Immer mehr Städte in Deutschland interessieren sich für den Einbau des Flüsterasphalts, so hat vor kurzem die Stadt Stein die komplette Ortsdurchfahrt als Pilot für Bayern (Lediglich 60.000 Euro Mehrkosten bei Gesamtkosten von 2.600.000 Euro) fertiggestellt.
Nachteil des Flüsterasphalts sind die geringere Lebensdauer (6 bis 10 Jahre) sowie erhöhte Anforderungen an die Entwässerung.
Lassen wir uns morgen überraschen: vielleicht verkündet der Bürgermeister, dass Bad Schönborn als Pilot für Baden vorangeht? Die Anwohner der B3 würde es freuen.