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Bad Schönborner Besonderheit X: Wieso ist Flüsterasphalt kein Thema?

Montag, November 22nd, 2010

Die Ortsdurchfahrt von Mingolsheim wird auf 500 Meter für 135.000 Euro saniert, das macht rund 30 Euro je Quadratmeter Straßenfläche.

Während sich die Pro AG in “Bad Schönborn Aktuell” über die Art der Sperrung Gedanken macht, haben wir uns gefragt, welche Art Straßenbelag aufgebracht wird. Denn der Straßenbelag ist ein entscheidender Faktor für mehr oder weniger Verkehrslärm.

Welcher Straßenbelag aufgebracht wird, konnten wir bislang nicht in Erfahrung bringen. Eine Anfrage sowohl an das Regierungspräsidium wie auch an die Straßenverkehrsbehörde von Bad Schönborn blieb bislang unbeantwortet.

Leider steht deshalb zu befürchten, dass weder das Regierungspräsidium, noch der Landkreis, noch die Gemeinde hier die Chance ergriffen haben, auf die Karte “Flüsterasphalt” zu setzen.

Der Flüsterasphalt für Städte wurde in Düsseldorf entwickelt und ist dort seit zwei Jahren im Einsatz. Die damalige CDU-Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat sich auf eine Kleine Anfrage der Grünen positiv zum Einsatz des Flüsterasphalts geäussert. Die Förderung mit Mitteln des Konjunkturprogramms II sei ebenfalls möglich. Der lärmoptimierte Asphalt bietet auf innerstädtischen Straßen eine Reduzierung des empfundenen Lärms um 50 bis 75% an (Beispiel Köln / Beispiel Mönchengladbach).

Der Einsatz dieses lärmoptimierten Asphalts ist keineswegs auf Nordrhein-Westfalen begrenzt. Immer mehr Städte in Deutschland interessieren sich für den Einbau des Flüsterasphalts, so hat vor kurzem die Stadt Stein die komplette Ortsdurchfahrt als Pilot für Bayern (Lediglich 60.000 Euro Mehrkosten bei Gesamtkosten von 2.600.000 Euro) fertiggestellt.

Nachteil des Flüsterasphalts sind die geringere Lebensdauer (6 bis 10 Jahre) sowie erhöhte Anforderungen an die Entwässerung.

Lassen wir uns morgen überraschen: vielleicht verkündet der Bürgermeister, dass Bad Schönborn als Pilot für Baden vorangeht? Die Anwohner der B3 würde es freuen.

Bad Schönborner Besonderheit VI: “unerträglicher Lärm” oder “zumutbare Belastung”

Samstag, November 13th, 2010

Die Pro AG hat es auf der Bürgerversammlung der SPD Bad Schönborn immer wieder verdeutlicht: der Lärm sei unerträglich.
Interessanterweise hat Bürgermeister Rolf Müller dazu keine Stellung genommen. Die Lärmwerte, die die Pro AG vorgestellt hat, liegen aber über den Richtwerten von 70 dB(A) zwischen 6.00 Uhr und 22.00 Uhr (tags) und 60 dB(A) zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr (nachts). Beim Überschreiten dieser Richtwerte besteht eine Prüfungspflicht, d.h. die Straßenverkehrsbehörde muss prüfen, welche verkehrsbeschränkenden Maßnahmen möglich sind, welche Auswirkungen sie haben (z.B. Verkehrsverlagerungen oder -behinderungen) und diese abwägen mit den Gesundheitsinteressen der Anwohner.
Noch interessanter ist aber die Antwort des Regierungspräsidiums Karlsruhe – auf die Antwort des Bürgermeisters warten wir noch – auf unsere Fragen zur Vollsperrung Östringen und dem damit verbundenen erheblichen Mehrverkehr der vergangenen Wochen (rund 20.000 Fahrzeuge pro Tag statt 13.000 Kfz sonst):

“… Die Umleitungsstrecken wurden mit den zuständigen Behörden wie beispielsweise dem Landratsamt und der Polizei sowie mit der Gemeinde Bad Schönborn und der Stadt Östringen abgestimmt. Es kann davon ausgegangen werden, dass klassifizierte Straßen jederzeit geeignet sind, zumindest baustellenbedingten, kurzzeitigen Mehrverkehr aufzunehmen.
Verkehrsuntersuchungen über mögliche Verlagerungen bei zeitlich eng begrenzten Umleitungen sind deshalb nicht vorgesehen. Zur Information der Bevölkerung wurde vom Regierungspräsidium Karlsruhe eine Pressemitteilung veröffentlicht.
Hinsichtlich der von Ihnen angesprochenen Maßnahmen zur Verkehrssteuerung können wir Ihnen mitteilen, dass uns keine weiteren Informationen über unverhältnismäßig schlechte Verkehrszustände bekannt und somit derzeit keine Eingriff in den Verkehrsablauf geplant sind.
Insgesamt kann somit davon ausgegangen werden, dass sich für einen überschaubaren Zeitraum die Mehrbelastungen aus dem möglichen Umleitungsverkehr in einem zumutbaren Rahmen bewegen. …” Aus der Antwort des Regierungspräsidiums Karlsruhe

D.h. das Regierungspräsidium Karlsruhe hält den aktuell durch die Vollsperrung deutlich erhöhten Verkehr (rund 20.000 Kfz pro Tag) für zumutbar. Zudem verfügt das Regierungspräsidium Karlsruhe nicht über Informationen zu unverhältnismäßig schlechten Verkehrszuständen; d.h. weder die Gemeinde Bad Schönborn noch die Anwohner haben den verantwortlichen Behörden die Verkehrszustände gemeldet, die uns auf den Folien der Pro AG präsentiert wurden…